Jeder kennt Situationen, in denen das Wissen plötzlich wie ausgelöscht scheint. Routinierte Handgriffe gelingen nicht mehr, Entscheidungen fallen schwer, Gespräche verlaufen stockend oder einfache Aufgaben wirken unerwartet komplex. Solche Blockaden entstehen nicht durch mangelnde Kompetenz, sondern häufig als Folge von Stress, Leistungsdruck oder emotionaler Anspannung.
Gerade in der praktischen Pflegeausbildung erleben Praxisanleitende immer wieder, dass Auszubildende ihr vorhandenes Wissen in Prüfungssituationen, unter Zeitdruck oder bei kritischen Pflegesituationen nicht abrufen können. Doch auch Praxisanleitende selbst stehen täglich unter hohen Anforderungen und erleben Momente, in denen Stress die Konzentration, Kommunikation oder Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigt.
Dieses Seminar vermittelt aktuelle Erkenntnisse aus der Stresspsychologie und der modernen Neuropsychologie. Sie erfahren, wie Blockaden entstehen, welche Rolle das Arbeitsgedächtnis, Emotionen und Bewertungen dabei spielen und wie Sie sowohl sich selbst als auch Auszubildende dabei unterstützen können, auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben.
Sie belegen im Seminar 16 Unterrichtsstunden für Ihre berufspädagogische Fortbildung.
Seminarinhalte
- Warum unser Gehirn unter Druck anders arbeitet
- Grundlagen der Stresspsychologie
- Das Arbeitsgedächtnis – warum Wissen plötzlich nicht mehr verfügbar ist
- Die Auswirkungen von Zeitdruck, Bewertung und Unsicherheit
- Angst vor Fehlern, Kritik, Versagen verstehen
- Emotionale Regulation – Gefühle wahrnehmen und konstruktiv steuern
- Blockaden erkennen und ihre Ursachen analysieren
- Persönliche Stressmuster identifizieren
- Denkfallen und negative Selbstgespräche erkennen
- Selbstwirksamkeit als Schutzfaktor gegen Leistungsdruck
- Praktische Strategien zur Stressreduktion und Konzentrationsförderung
- Fallbeispiele und Fallarbeit
